Max Beckmann | Day and Dream | 15 Lithographien (eine graphische Folge) | Jahr 1946


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Beschreibung

Die Entstehung der lithographischen Folge „Day & Dream“ ist schriftlich ausführlich dokumentiert. In Beckmanns Tagebuch wird das Mappenwerk zwischen dem 8. März 1946 und dem 11. Mai 1948 nicht weniger als zweiundzwanzig Mal, dazu in acht Briefen und einem „Radiogramm“ der Korrespondenz mit dem New Yorker Galeristen Curt Valentin (Curt Valentin Archives, Museum of Modern Art, New York) erwähnt. Das Projekt wurde von Curt Valentin (1902-1954 ), der seine Karriere als höchst begabter Lehrling in der Berliner Galerie Alfred Flechtheim begann und 1937 nach New York ging, angeregt.

In einem Brief vom 14. März 1946 schrieb der Galerist dem Künstler, „My publications are not a business proposition but help a great deal to promote the artist and make him better known. Neither of us would get rich from it, but it is fun and we can make some money.“ Zweifellos hat dieses „make him better known“ einen bestimmenden Einfluß auf Beckmann gehabt. Seit 1933 als „entartet“ verpönt, seit 1938 als Exilant in einem fremden Land lebend, empfand er hoffnungsvoll in diesen wenigen Worten die Möglichkeit, ein neues künstlerisches Leben zu beginnen.

Das Mappenwerk – ursprünglich sollte es „Time-Motion“ heißen – ist einmalig im Oeuvre des Künstlers. Es ist zugleich Curriculum Vitae, Stenogramm der Bilder und Ideen, die seinen Kopf vereinnahmten, und Programm von dem, was er noch ausdrücken wollte. Insgesamt ist das Programm dieser fünfzehn Lithographien so inhaltsreich und aussagekräftig wie das seiner Triptychen, wie zum Beispiel „Abfahrt“, „Perseus“ und „Argonauten“.

Allein die einzelnen Titel geben Aufschluß über sein Anliegen: Zu Beginn eine „Hier bin ich“-Selbstdarstellung, zum Schluß „Christus und Pilatus“, eine Szene der Erlösung, nicht nur künstlerisch Max Beckmanns eigentliches Ziel.