Franz Erhard Walther | Werkfigur | Mappenwerk bestehend aus 30 Siebdrucken | Auflage 20 Expl. | Jahr 1986-88


Preis auf Anfrage

Beschreibung

Mappenwerk bestehend aus 30 Stück Siebdrucken, alle handsigniert, datiert (86-88) und nummeriert 12/20.

Das Werk wurde vom 13.09. – 03.11.1991 im Vonderau Museum Fulda erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Anhang sind einige Abbildungen aus dem Ausstellungskatalog zu sehen. Danach können Sie noch aus dem Katalog-Text von Gisbert Seng zur Ausstellung lesen. Die Mappe wurde seit vielen Jahren nicht mehr auf dem Kunstmarkt angeboten. Der Zustand ist nahezu druckfrisch!

Werkfigur Katalog  Werkfigur Katalog_0003  Werkfigur Katalog_0002

Aus dem Katalog (von Gisbert Seng):

… ldee und Konzeption für dieses Druckwerk entstand im Jahre l986. Keiner der Beteiligten konnte damals ahnen, daß die Zahl der ursprünglich geplanten sechs bis acht Blätter auf 30 pro Mappe anwachsen würde. Am allerwenigsten wohl Alexander Deisenroth, der an einem heißen Sommertag des Jahres 1987 auf einer Reise nach Stockholm Franz Erhard Walther in Holstenbek bei Hamburg besuchte. ln einen hellen, eleganten Sommeranzug gekleidet, trug er dem nur mit einem um die Hüften geschlungenen Badetuch bedeckten Künstler mit dem Zitat >Schichten schichten< die ldee vor, eine Siebdruckserie zu produzieren, die in seinem Atelier gedruckt werden könnte; eingedenk der schönen Erinnerung an Walthers Entwicklung des Zeichnungszyklus »gesehen – gehört – gedacht- in den Jahren 1979 bis l98l, der in Deisenroths Atelier in Fulda entstand. Walther wollte die Sache bedenken. Er konnte ja auf Deisenroths langiährige Druck-Erfahrung und mein Vertrautsein mit seinem Werkdenken bauen. Vielleicht war für ihn auch der Entstehungsort anziehend, hatte er hier doch l959 seinen ersten Siebdruck produziert, wobei ihm die Technik durch Karlfried Stauboch vermittelt worden war.        ……. Das Medium Siebdruck war Ende der 50er Jahre künstlerisch noch umstriten. … Diese Technik wurde auch von einigen Künstlern der Galerie benutzt, um Auflagen für den die Galerie unterstützenden »Graphikring« zu machen. Von den Druckauflagen erwiesen sich allein Walthers Serien als unverköuflich, und die Blätter wurden auch von den Mitgliedern des »Jungen Kunstkreises« nicht goutiert. Die Reihe »Rot / Rot- Schwarz / Rot- Schwarz – Blau« von l960 erhielt den nicht sehr freundlich gemeinten Spitznamen »Linoleum Musterserie«. Als 1964 das Gebäude, in dem die Galerie und die Ateliers der Kunstkreismitglieder beheimatet waren, abgebrochen wurde, fand ich im Treppenhaus auf einem Müllberg einen Großteil der Siebdrucke Walthers. Die genannte Serie »Rot / Rot-Schwarz / Rot-schwarz- Blau« scheint mir ein Anknüpfungspunkt für das Mappenwerk »Werkfigur« zu sein. Obgleich beide Serien unterschiedlichen Wurzeln entspringen und formal nicht vergleichbar sind, haben sie doch durch die prozessuale Arbeitsweise, das überdecken und »Schichten«, einen Bezug, und sie können beide als >Ablagerungen< gesehen werden. ln Walthers Kunst bildet der Mensch das Maß. Er ist Hervorbringer des Werkes, was im 53teiligen l.Werksatz der 60er Jahre deutlich wird. Der Rezipient soll durch die Benutzung der einzelnen Werkteile eigenschöpferisch tätig werden. Dazu gibt es unzählige Aufzeichnungen Walthers, die er Diogramm- und Werkzeichnungen nennt und die mittlerweile zu einem festen Begriff geworden sind. Mit großer lntensität und immer weitergehend gelingender Klärung hat er in den 60er und frühen 70er Jahren viele dieser Zeichnungen immer wieder neu bearbeitet. Aus diesem Formenvokobular entwickelte er die Werkformen für den Druck. Bei einem ersten Treffen mit Franz Erhard Walther in Fulda wurde der Arbeitsablauf besprochen. Wer den künstlerischen Tatendrang von Walther erlebt hat, weiß, daß es für die Beteiligten kaum noch ein Entrinnen gibt. … lm Sommer l987 brachte Walther eine Zeichnung für das erste Drucksieb nach Fulda mit. Die dann in einem Maisgelb gedruckte figürliche Grundform war ein spielerischer Anfang, sie blieb – und bildete später den Fond für das Textblatt der Mappe. …. Wie präzise diese ersten einfachen Grundformen, ein in die Mitte gesetztes Quadrat und auf dem zweiten Blatt sieben kleinere Rechtecke, durch Proportion und Stand konzipiert waren, wurde erst später deutlich als weitere Werkformen nachgeliefert wurden. Ab ietzt war es möglich, experimentell zu arbeiten und sinnvolle Druckvorschläge zu machen. … Nach etwa einjähriger anstrengender Arbeit waren die Einzelentwürfe auf 28 Blätter angewachsen. Walther entschied dann, daß aus sieben Grundformen das Formvokabular zu entwickeln sei. Die endgültige Zahl der Blätter wurde in gemeinsamer Entscheidung auf 30 festgelegt. ….

Der original Ausstellungskatalog liegt bei.

Anwendung der Differenzbesteuerung nach § 25a UStG.

Weitere Informationen zu Franz Erhard Walther finden Sie hier:

wikipedia./Franz_Erhard_Walther