Willisch, Ruth

Ruth Willisch

geboren am 21. Mai 1924 in Oberröblingen am See im Kreis Eisleben. Aufgewachsen in Asch in der Tschechischen Republik.

Schon als Kind hat sie gemalt, und wenn ihre Eltern wandern gingen, bekam sie Bleistift und Papier in die Hand gedrückt und zeichnete, was sie unterwegs sah.

Ihr damaliger Lehrer erkannte ihre Begabung und riet ihrem Vater, sie zu fördern. Das lehnte dieser jedoch mit der Begründung ab, die Malerei sei „ein Hungerberuf”. Willischs Vater starb, als sie 16 Jahre alt war und in einem Internat in Bad Reichenhall lebte. Für sie ein schwerer Schicksalsschlag, denn zu dieser Zeit war sie schwer krank. Wie viele andere Schülerinnen hatte sie sich dort mit Kinderlähmung angesteckt. Eine Krankheit, gegen die sie zeitlebens ankämpfen musste. Auch wenn sie wieder laufen lernte, zwingen sie starke Schmerzen, vor allem im Rücken, bis heute immer wieder in den Rollstuhl.

Geprägt durch die Erfahrung der eigenen Krankheit begann Willisch als junge Frau eine Ausbildung zur Krankenschwester. Der Zweite Weltkrieg, dessen Ende sie in Prag erlebte, war für sie ein Albtraum. Ebenso die Vertreibung im Jahr 1946, die sie über die Grenze zurück nach Deutschland führte. Wenig später begann sie an der staatlichen Porzellanfachschule in Selb mit einer Ausbildung.
Anschließend ging sie zurück nach Prag und studierte am Hochschulinstitut für Bildende Künste.
Als sie ihren späteren Mann kennenlernte, zog sie mit ihm nach Fulda. Dort erwarb sie sich den Ruf als „Rhön-Malerin”. Nach 23 Jahren Ehe ließ sie sich scheiden und kam durch eine Freundin ins Rheinland. 1975 zog sie nach Sankt Augustin, wo sie ihre erste Ausstellung in ihrem Wohnhaus präsentierte. Später stellte sie ihre Bilder auch in Bonn, Bad Godesberg, Siegburg, Bad Honnef und Hennef aus. 1975 wurde sie Dozentin an der Volkshochschule Bonn und Siegburg. Neben der Aquarell- und Ölmalerei und ihren Zeichnungen arbeitete sie als Bildhauerin, schuf Bronzeskulpturen und machte Tonarbeiten.

1981 erschien ihr Kunstdruckband „Romantik in und um Bonn”, ebenso „Schönes Land an Rhein und Sieg”. Bekannt wurde sie vor allem durch den „Siegburger Bilderbogen“. 1985 gab sie gemeinsam mit dem Benediktinerpater Gabriel Busch das Buch „Kapellenkranz rings um den Michaelsberg” heraus – mit 114 Zeichnungen und Aquarellen. Darüber hinaus erschienen jährlich Kalender mit Zeichnungen und Aquarellmalereien von ihr.

Wegen ihrer intensiven künstlerischen Beschäftigung mit der Region wurde sie 1982 und 1983 als Künstlerin des Jahres geehrt. 1984 erhielt sie den Großen Preis des Corriere d’Italia, einer Sonderauszeichnung durch den „Feder Europa” (Europäischer Presseverband, Brüssel).