Vorwort zur Ausstellung Paul Klüber 2004
Paul Klüber wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.
Grund genug für uns, diesem herausragenden Künstler unserer Region eine Ausstellung zu widmen und ihn gebührend zu würdigen.
Wir zeigen in unserer Ausstellung 60 Arbeiten, einige davon waren bis heute unbekannt und in den letzten 50 Jahren nicht öffentlich zu sehen. Wie groß das Werk Paul Klübers tatsächlich ist kann auch heute noch niemand abschließend sagen. An dieser Stelle möchten wir uns bei den zahlreichen privaten und öffentlichen Leihgebern ganz herzlich bedanken.
Unterschiedliche Techniken, vielfältige Genre und auch stark voneinader abweichende Stile zeigen einen Maler der permanent auf der Suche nach Neuem und Unbekanntem war.
Paul Klübers Künstlerleben war ein andauernder Prozess der Entwicklung. Es war nicht geprägt durch künstlerische Erziehung und Ausbildung sondern ganz allein durch sein angeborenes Talent. Auch der Aufenthalt in dem Lietzschen Landeserziehungsheim in Haubinda/Thüringen mit Kunstunterricht und Werkstudium sowie sein einjähriges Studium an der Kunstakademie in Kassel konnten ihm grundlegende technische Fertigkeiten und Voraussetzungen vermitteln, ihn aber nicht in eine bestimmte Kunstrichtung drängen. Er nahm die Anregungen auf, verarbeitete aber alles nach seinen Vorstellungen.
Heute würden wir Paul Klüber als reinen Autodidakten bezeichnen, der, ausgestattet mit einem sicheren Gespür für Farbe und Komposition, darauf bedacht war, eine ehrliche künstlerische Aussage zu treffen.
Paul Klüber hat trotz Widerstände und dem häufigen Unverständnis anderer Maler aus Kleinsassen den Ausbruch aus gewachsenen und erstarrten Konventionen gewagt und auch geschafft.
Man kann heute spekulieren, was aus Paul Klüber geworden wäre, wenn ihm weitere Möglichkeiten der künstlerischen Entfaltung offen gestanden hätten, denn ihm waren Auslandsreisen, Museumsbesuche, der Austausch mit Künstlern in den bedeutenden Metropolen seiner Zeit verwehrt.
Sein Talent war überschattet von den Wirren der damaligen Zeit, dem Siechtum der Kunst unter dem Regime der Nationalsozialisten und leider auch durch seinen frühen Tod.
Was Paul Klüber als Maler war, das erreichte er durch sich selbst.
Galerie Bilder Fuchs